Bußgeldaktion Familie Vater/Möbius

Diese Aktion ist beendet.
Vielen Dank an alle, die gespendet oder diese Aktion geteilt haben!

„Unser Sohn Milan (9) hat sich bisher klar zum Thema Schulbesuch geäußert – «ich will nicht zur Schule gehen». Wir als Eltern unterstützen ihn dabei und sind davon überzeugt, dass er auch ohne Schulbesuch glücklich ist und sich gut entwickeln wird.
Diese Auffassung und unsere Absicht, Milan nicht an einer Schule anzumelden, haben wir von Anfang an (seit Dezember 2017) den zuständigen Stellen wie Schule/Schulleiterin, Jugendamt und Schulamt klar kommuniziert. Noch bevor Milan am 1. August 2018 schulpflichtig wurde, haben wir im April 2018 jeweils einen Bußgeldbescheid in Höhe von 100 Euro plus Gebühren zugestellt bekommen. Dagegen haben wir Einspruch eingelegt. Beide Bußgeldverfahren wurden am Amtsgericht in Stadtroda verhandelt.
Nadine hat ihren Einspruch nach der Drohung des Richters, das Bußgeld in eigenem Ermessen bis auf mögliche 1500 Euro zu erhöhen, zurückgezogen und bereits bezahlt. Meine Verhandlung fand erst im Februar 2019 statt, zu dem ich auch die Presse eingeladen hatte. Da ich mein Einspruch nicht widerrufen hatte, hat der Richter das Bußgeld auf 400 Euro erhöht. Gegen dieses Urteil habe ich wiederum Rechtsbeschwerde eingelegt. Diese Rechtsbeschwerde wurde nun im Januar 2021 durch einen Beschluss vom OLG Jena „als unbegründet verworfen”.
Dieser Beschluss bedeutet das definitive Ende des Verfahrens.

Ein zweites Bußgeld in Höhe von 250 Euro haben wir jeweils im Dezember 2018 erhalten und bereits bezahlt. Das Jugendamt hat uns zweimal besucht und keine Kindeswohlgefährdung festgestellt, so dass wir auch keine Schwierigkeiten mit dem Familiengericht bekommen haben. Da wir bisher keinen Anwalt engagiert haben, sind allein Bußgeldkosten von insgesamt etwas über 1200 Euro für uns entstanden.

Interessanterweise zeigten alle Menschen, mit denen wir in dieser Angelegenheit zu tun hatten, Verständnis für unsere Einstellung und unser Vorhaben.
Also sowohl die Schulleiterin, die zukünftige Klassenlehrerin, die Sachbearbeiterin in der Bußgeldstelle, die Mitarbeiter des Jugendamtes, der Richter am Amtsgericht, sogar ein Mitarbeiter im Schulamt. Aber alle „müssen sich an die vorgegebenen Gesetze halten”
Milan wäre jetzt in der 3. Klasse, geht aber nach wie vor nicht zur Schule und will es auch nicht. Durch seinen jüngeren Bruder und Freunde erfährt er aber trotzdem recht viel vom Leben an der Schule und ist auch sehr interessiert daran. Mit seiner Entwicklung sind wir zufrieden. Seine Fähigkeiten im Lesen, Rechnen und Schreiben lassen sich mit Gleichaltrigen vergleichen. Kontakt zu anderen Kindern hat Milan durch regelmäßige Besuche von Freunden bei uns, bei ihnen oder wir machen Ausflüge in die nähere Umgebung. Zur Zeit spielt Milan begeistert Fußball, übt Ski fahren und liebt Karten- und Brettspiele. Auch am Computerspielen findet er großes Interesse
Wir bitten euch, uns bei der Zahlung der Forderung von 577,50 Euro zu unterstützen.
Wir würden uns sehr darüber freuen und geben euch gern Rückmeldung, wie es in unserem Fall weitergeht.

Liebe Grüße und vielen Dank im Voraus,

Nadine Möbius und Erik Vater”