Den Begriff Freilerner verwenden wir gleichbedeutend mit dem im Englischen von John Holt geprรคgten Wort Unschooling. Freilerner sind Menschen,ย die sich von zu Hause aus bilden, frei und in eigenerย Verantwortung. Das heiรt Freilerner machen keinen Unterricht zu Hause nach Lehrplan, sondernย folgen ihrem eigenen inneren Curriculum. Diesย setzt als erstes voraus, dass die Eltern Vertrauen inย die natรผrliche Entwicklung von Kindern haben undย davon ausgehen, dass diese lernen werden, was fรผrย sie wichtig ist. Eine hรคufige Erfahrung ist, dass Eltern, wenn sie mitย Bildung ohne Schule beginnen, zunรคchst noch schulischen Unterricht zu Hause praktizieren, dann aberย zunehmend Vertrauen zu ihren Kindern entwickelnย und freier werden. Freilernen bedeutet, im Fluss zu sein, im Kontaktย mit sich selbst und den Notwendigkeiten des Augenblicks. Gelernt wird, was gebraucht wird oder auchย woran ein besonderes Interesse besteht. Freilernerย lernen im tรคglichen Leben, im eigenen Tun, in derย Begegnung mit anderen Menschen, in Gesprรคchen.ย Sie lesen Bรผcher, besuchen Museen und Konzerte,ย singen in Chรถren, spielen Fuรball oder nehmen anย Seminaren teil, um nur einige Beispiele dessen zuย nennen, was mรถglich ist.
Berรผhmt ohne Schule
„Vermutlich hรคtte ich nicht รผberrascht sein sollen, aber ich war es. Nachdem ich von einigen wenigen berรผhmten Persรถnlichkeiten gehรถrt hatte, die keine Schule besucht hatten, ging ich in die Bibliothek, um mich nรคher รผber sie zu erkundigen. Ich steuerte die Nachschlageabteilung an und setzte mich mit einem Stapel Current Biography Yearbooks an einen Tisch. Erst schlug ich die Namen auf meiner Liste nach, doch schon bald blรคtterte ich lachend Seite fรผr Seite um.
Warum?
1. Durchschnittlich jede fรผnfte bis sechste Persรถnlichkeit hatte die Schule verlassen oder nur eine kurze formelle Schulausbildung erhalten. (Das Current Biography Yearbook wird jedes Jahr herausgegeben. Es enthรคlt Hunderte von Kurzbiographien รผber Menschen, die derzeit auf einem bestimmten Gebiet herausragend sind, wie etwa Spitzenpolitiker der gesamten Welt, Entertainer, Wissenschaftler, Schriftsteller und Kรผnstler.)
2. Aus nahezu allen Biographien ging hervor, dass die Schule wenig bis gar nichts dazu beigetragen hatte, diese Persรถnlichkeiten und ihr groรartiges Leben zu formen. Stattdessen wurden sie durch andere Erfahrungen inspiriert und motiviert.“
